Expertentalk

Baby

Interview mit Frau Betti vom Onlinemagazine www.Babyclub.de

Steckbrief
Name: Petra Gohl-Frohnmayer
Firma: Praxisgemeinschaft Osteopathiepraxis am Killesberg, Stuttgart
Tätigkeiten: Heilpraktikerin Osteopathie
Schreit oder jammert ein Baby sehr häufig, ist es unruhig und fühlt sich nicht wohl oder hat Schlafstörungen, können Verspannungen und Blockaden die Ursache sein. Oft entstehen diese bereits in der Schwangerschaft oder durch die Geburt. Mit Osteopathie können viele Beschwerden sanft und ohne Medikamente oder Geräte behandelt werden. Zu diesem Thema haben wir mit der Osteopathin Petra Gohl-Frohnmayer gesprochen und für euch herausbekommen, was Osteopathie ist, wie sie hilft und wann eine Behandlung beim Baby sinnvoll sein kann.

Die Heilkunde Osteopathie

babyclub.de: Frau Gohl-Frohnmayer, was ist Osteopathie?
Petra Gohl-Frohnmayer: Osteopathie ist eine eigenständige, ganzheitliche therapeutische Fachrichtung, bei der ein Osteopath den Körper des Patienten manuell untersucht und behandelt. Er muss umfassende Kenntnisse der Anatomie, Physiologie, Embryolologie, der Biomechanik sowie der vielfältigen Zusammenhänge im menschlichen Körper erworben haben, um Funktions- und Bewegungseinschränkungen des Skelettes, der Faszien, des Nervensystems (einschließlich des zentralen Nervensystems), des Gefäßsystems und der Organe zu finden, die mit den Beschwerden des Patienten zusammenhängen können. Seine tastenden Hände dienen ihm also als „Erweiterung“ seines Wissens.

Eine Behandlung erfolgt nicht invasiv wie beispielsweise bei einer OP oder beim Einrenken, sondern wirkt impulsgebend und von Außen auf den Organismus ein, um Blockaden zu lösen und seine Selbstheilungskräfte wieder zu aktivieren.

In der Anamnese wird auch nach seelischen Belastungen oder bereits erlebten Traumata, Verletzungen, Erkrankungen gefragt, da körperliche und psychische Aspekte sowie die Lebensumstände sich gegenseitig beeinflussen und so eine Rolle bei der Entstehung von Beschwerden spielen können. Natürlich hält der Osteopath auch Rücksprache mit dem Arzt oder schaut sich schulmedizinische Befunde an, sofern vorhanden.

babyclub.de: Wo liegen die Grenzen der Osteopathie?
Petra Gohl-Frohnmayer: Keine Therapie sollte stur als alleiniges Allheilmittel genutzt werden. Eine osteopathische Behandlung kann jedoch grundsätzlich bei fast allen Beschwerden sinnvoll sein, bei schwereren Störungen und Erkrankungen dann begleitend zur klassischen Schulmedizin. Wir Osteopathen wünschen den Kontakt zu Ärzten und suchen auch den Austausch mit ihnen, um den Patienten möglichst umfassend helfen zu können. Mit immer mehr Ärzten besteht bereits eine gute und enge Zusammenarbeit. Und in eingigen Ländern ist es bereits völlig üblich, dass Osteopathie ergänzend zur ärztlichen Therapie eingesetzt wird.

Osteopathie beim Baby

babyclub.de: Mit dem Baby automatisch zum Osteopathen zu gehen ist fast schon ein Trend geworden. Ist das wirklich nötig?
Petra Gohl-Frohnmayer: Wenn die Eltern es wollen, macht es durchaus Sinn, den Säugling einmal einem Osteopathen vorzustellen und prüfen zu lassen, ob alles in Ordnung ist, denn er kann sich ja noch nicht selber äußern. Und hat er Beschwerden oder verhält er sich auffällig, sowieso. Der Osteopath kann dann vorsichtig erspüren, ob alles so ist, wie es sein soll – beispielsweise am Schädel oder an den Kopfgelenken, im Darm, an den Hüften, im Herzbereich, mit den Lungen, am Zwerchfell usw. Viele Probleme werden auch erst viel später bemerkt, hätten mit einer osteopathischen Untersuchung aber schon „im Frühstadium“ gefunden und behandelt werden können, da sie hier schon als Fehlspannungen oder Veränderungen im Gewebe zu spüren sind.

babyclub.de: Und was machen Sie dann mit einem Neugeborenen?
Petra Gohl-Frohnmayer: Wir versuchen, erst einmal die Spannung aus seinem Körper zu nehmen. Es war neun Monate lang sehr eingeengt und es gibt auch bestimmte Bereiche, die bei der Geburt besonders beansprucht werden. Wir unterstützen zudem die neuen Lebensfunktionen wie Atmung, das Herz, den Darm und helfen natürlich bei konkreten Beschwerden.

babyclub.de: und bei welchen Beschwerden macht Osteopathie Sinn?
Petra Gohl-Frohnmayer: Wenn das Baby Trinkprobleme hat, zum Beispiel durch einen Rückbiss, wenn es übermäßig viel schreit, sehr unruhig ist, sich komisch bewegt, sehr schlecht schläft oder auch, wenn bei der Geburt etwas anders als normal verlaufen ist. Medikamente, eine Saugglocke, eine Zange oder auch mechanischer Druck auf den Bauch der Frau können das Baby nachhaltig stressen.
Später kommen als mögliche Indikationen noch Schädelasymmetrien, Hüftglenksdysplasien, Fehlbildung der Schädelnähte, muskuläre Fehlspannungen und Verdauungsprobleme hinzu. Eine Therapie ist auch bei genetischen Syndromen wichtig wie zum Beispiel bei Trisomie 21. Auf längere Sicht kann man hier eine gute Verbesserung erreichen. Und bei Fehlbildungen oder Anomalien kann der Osteopath die gesunde Entwicklung des Kindes unterstützen.

babyclub.de: Wie läuft eine osteopathische Behandlung beim Baby ab?
Petra Gohl-Frohnmayer: Zuerst findet eine Begrüßung statt und das Kind bleibt bei der Mutter bzw. dem Vater. Sie oder er wird über die Schwangerschaft, die Geburt und den Grund des Besuches befragt, also was bei dem Kind auffällig ist usw. Dann nehme ich über die Hände Kontakt mit dem Kind auf und versuche zu erspüren, wo es Probleme hat und behandele diese. Oft zeige ich auch den Eltern Handgriffe, z.B. beim Rückbiss, durch die sie das Stillen unterstützen können oder wie man den Lymphfluss im Bauch anregt oder die Wirbelsäule und die Kopfgelenke entspannt.

babyclub.de: Worauf achtet der Osteopath bei einer Behandlung?
Petra Gohl-Frohnmayer: Das Baby muss sich wohl führen. Dazu lasse ich immer die vertraute Person in der Nähe und suche eine Ausgangsstellung, in der das Kind ruhig ist. Eventuell kann es dazu gestillt werden.

babyclub.de: Wie lange dauert eine Behandlung und wie oft sollte man diese durchführen lassen?
Petra Gohl-Frohnmayer: Das ist je nach Fall unterschiedlich. Manchmal reichen zwei bis drei Behandlungen aus, manchmal – wie bei stärkeren Asymmetrien – sollte das Baby zwei bis dreimal kurz hintereinander kommen und dann alle vier Wochen während des gesamten ersten Lebensjahres. Bei uns wird das kleine Kind 30 Minuten inklusive Gespräch mit der Mutter oder dem Vater behandelt.

Osteopathie in der Schwangerschaft

babyclub.de: Sollten auch Schwangere sich osteopathisch behandeln lassen?
Petra Gohl-Frohnmayer: Osteopathie kann eine Schwangerschaft (Link) sehr gut unterstützen, da der weibliche Körper durch die wachsende Belastung einiges aushalten muss. Ich betreue zum Beispiel immer wieder Schwangere mit Rückenschmerzen, aber auch mit Frühgeburtstendenzen – diese können aufgehalten werden, da dem Kind durch die Behandlung in seinem „Container“ wieder mehr Raum geschaffen und das Becken entlastet wird. Auch Probleme, wie schwere Beine, Throboseneigung, traumatische frühere Geburten, Narben durch Bauchoperationen wie frühere Kaiserschnitte oder auch Abbrüche entstanden sind, können wir gut therapieren.

Therapeutensuche und Krankenkassen

babyclub.de: Wie finde ich einen guten, seriösen Therapeuten?
Petra Gohl-Frohnmayer: Eine Ausbildung zum Osteopathen können Interessierte haupt- oder nebenberuflich absolvieren, auch als Bachelor- oder Masterstudiengang. Osteopathie darf jedoch rechtssicher nur der ausüben, der dazu noch eine (uneingeschränkte) Heilpraktikererlaubnis erworben hat oder Arzt ist. Dennoch ist „Osteopath“ kein geschützter Beruf und die großen Verbände bemühen sich schon lange um ein Berufsgesetz. Eine Therapeutenliste (Link), auch für die Behandlung von Kindern, findet man beispielsweise auf der Seite des VOD (Verband der Osteopathen Deutschland) und dem Bundesverband der Osteopathen BVO. Um in der Therapeutenliste geführt zu werden, muss man regelmäßige Fortbildungen vorweisen. Kindertherapeuten werden noch einmal extra gekennzeichnet. Die Kinderausbildung wird nach der Gesamtausbildung absolviert und umfasst 300 Stunden. – so bleibt beispielsweise einem Ostopathen sein Listenplatz nur dann erhalten, wenn er sich kontinuierlich weiterbildet.

In den USA und England ist Osteopathie übrigens ein eigenständiger, ärztlicher Beruf und dort wird auch dazu geforscht. Europa und Deutschland legen hier aber sukzessive nach, Interessierte können sich beim VOD (http://www.osteopathie.de/osteopathie-forschung ) informieren.

babyclub.de: was zahlen die Krankenkassen?
Petra Gohl-Frohnmayer: Einige gesetzliche Krankenkassen bezuschussen Osteopathie-Behandlungen, vorausgesetzt, der Therapeut ist qualifizierten (z.B. durch eine Mitgliedschaft im VOD, BVO) und es liegt eine schriftliche Behandlungsempfehlung des Arztes vor. Privatkassen und Zusatzversicherungen übernehmen in der Regel den größten Teil der Kosten. Am besten, man erkundigt sich jedoch bei seiner Kasse, was man tun muss, um einen Teil der geleisteten Zahlungen erstattet zu bekommen.

Weiterlesen: Tipps für interessierte Eltern
Baby-Nöte verstehen: Verblüffend einfache Alltagshilfen aus der osteopathischen Praxis / von Karin Ritter / TRIAS, Juni 2014
Kinder-Osteopathie: Sanfte Berührung in den ersten Lebensjahren / von Torsten Liem und Christof Plothe / Droemer Knaur, Mai 2009
Osteopathie, so hilft sie Ihrem Kind / von Christoph Newiger und Birgit Beinborn / TRIAS, Oktober 2005

Tiefencranio

3D illustration male nervous system, medical concept.

Von 2011 bis 2016 habe ich in Bad Alexanderbad an der Fortbildung Tiefencranio und Organsprache bei Norbert Neumann DO. in Bad Alexanderbad teilgenommen. Diese Fortbildung wurde vom Gesundheitscampus der St. Elisabeth Universität Luzern zertifiziert.

Bekannter ist die Craniosakrale Therapie nach John Upledger aber auch die Craniale Osteopathie nach Gordon Sutherland. In den letzten Jahren haben Forschungen im Bereich der Neurowissenschaften erhebliche neue Erkenntnisse gebracht. Diese neuen Erkenntnisse sind in diese Ausbildung Tiefencranio eingeflossen.

Die Erforschung des Connecton (Gehirnkarte der Areale) zeigt immer mehr wo wir welche Funktionen verarbeiten und welche Areale wie verschaltet sind. In dieser Ausbildung wurde auch gezeigt, wie die vielfältigen Systeme sich aufbauen, wie das Kind Sehen, Sprechen und Motorik lernt. Da jeder Mensch unterschiedliche Erfahrungen in seinem Leben macht und unterschiedliches Wissen erwirbt, ist jedes Gehirn individuell wie ein Fingerabdruck. Der Aufbau der Gehirnwindungen und auch seine Strahlungen sind individuell. Hier gilt „Benutze es oder verliere es“. Ein Kind besitzt noch alle Laute (Phoneme) der Welt und wird nur die behalten, die es täglich hört. Um eine Fremdsprache akzentfrei zu lernen, müssen wir diese in den ersten Lebensjahren hören.
Mit einer geschulten Hand und mit Kenntnissen des Gehirnaufbaus kann man spüren, welche Bereiche Fehlspannungen oder Dysharmonien haben, ähnlich wie bei einem EEG. Osteopathisch kann man deren Harmonisierung unterstützen.

Damit all diese Areale sich gut aufbauen benötigt der Schädel eine ausreichende Mobilität. Die Entwicklung des Schädels ist eng mit dem Nervensystem verbunden, da die Schädelplatten aus dem gleichen Keimblatt (Ektoderm) wie das Nervensystem entsteht. Das Baby hat noch wesentlich mehr Schädelknochen als der Erwachsene, da sein Gehirn noch stark wächst. Der Hirnschädel verknöchert bis zum 7. Lebensjahr, der Gesichtsschädel am Ende der Zahnung, circa 20. Lebensjahr. So spielt vor allem für das kleine Kind, da hier die größte Entwicklung passiert, die intraossäre (zwischen den Knochenanteilen liegende Beweglichkeit) und die der Schädelknochen untereinander eine große Rolle.

Das Gehirn entwickelt sich nach außen und die inneren Hüllen, die Hirnhäute und die ganzen Einscheidungen der Areale, Gefäße, Hohlräume und Nerven begrenzen das Wachstum nach außen. Diese Spannungen agieren wechselseitig, man nennt das Tensegrity. Die Hirnhäute setzen sich als Rückenmarkshäute und in der Peripherie als Nervenhüllen bis ans Ende der Gliedmaßen fort. Eine gute Funktion des Nervensystems hängt von der Gleitfähigkeit dieses Systems ab. Bei der Suche nach der Ursache einer Spinalkanalstenose sucht man in der Osteopathie über die gesamte Länge z.B. könnte die Ursache eine starke Überstreckung der Kopfgelenke oder eine Steifigkeit der oberen Brustwirbelsäule sein.

Ein weiteres wichtiges System sind die Gefäße. Diese liegen in Scheiden, die vom Herz zum Gehirn führen und wieder zurück. Spannungen im Bereich des Thoraxeingangs und des Mundbodens führen zu Flussstörungen im arteriellen System. Diese Scheiden werden über fasziale Techniken gelöst. Der Schädel besitzt erst ab der Schädelbasis Venen, darüber fließt das venöse Blut in den Steigleitern, das Öffnungen der Trennhäute (Falxen) der rechten und linken Gehirnhälfte, aber auch von Groß- und Kleinhirn zum Schädel hin ab zur Schädelbasis, um sich im Bereich der Hypophyse zu sammeln und dort die Hormone mitzunehmen und im Körper zu verteilen. Durch diese Funktionen wird die Behandlung der Hirnhäute wichtig. Über kleine Venen in der Kopfschwarte, die durch die Schädelnähte in den Raum der Liquorflüssigkeit um das Gehirn gehen, wird das Flüssigkeitsvolumen und die Temperatur des Gehirn konstant gehalten. Daher ist die Gleitfähigkeit der Kopfschwarte von Bedeutung. Von den Augenbrauen über den Schädel, dem gesamten Rücken, der Rückseite der Beine, bis zur Fußsohle liegt eine zusammenhängende Muskelkette. Fehlspannungen in den faszialen Muskelketten beeinflussen sich wechselseitig.

Vor kurzem wurde dargestellt, dass die Gliazellen (Stützzellen und Immunzellen des Gehirns) eine Hülle um die Gefäße bilden in dem eine Art Lymphe fließt, die das Gehirn reinigt. Bisher ging man davon aus, dass das Gehirn kein Lymphsystem besitzt. Durch diese neueren Erkenntnisse muss man den Therapieansatz bei Alzheimer, MS usw. überdenken. Daher ist eine gute Funktion der Zu- und Abflüsse wichtig. Dies sind für den Kopf der Bereich des Mundbodens (Carotis) und der Kopfgelenke (Vertebralis).

Die freie Beweglichkeit im Bereich der Kopfgelenke und der Einscheidungen in diesem Bereich ist wichtig für den Liquorabfluss über den 4. Ventrikel. Die äußeren Hüllen wie die Kopfschwarte und die inneren Häute funktionieren wie eine Wippe und aktivieren sich gegenseitig. In all die Gewebe im Schädeleingangsbereich ist der lymphatische Rachenring eingelagert. Er ist unser erster Kontakt zu allem Fremden ob das Essen und Trinken oder Atmen ist. Hier liegen viele Lymphknoten. Durch die räumliche Nähe wirken all diese Prozesse auf die Entwicklung des Kauorgans ein. Störungen im Lymphfluss können zu Störungen der Zahnbildung und Sprache führen (Mundatmung).

Die chinesische Medizin ordnet den Organen Emotionen zu wie z.B. Zorn und Ärger, der die Leber stört. Auch hier in unserem Sprachgebrauch kennt man solche Kontexte wie: das schlägt mir auf den Magen, mir wird es eng uns Herz, das nimmt mir die Luft. Hier gilt dasselbe, dass sich das Außen,das Skelett, die Faszien usw. auf die inneren Strukturen auswirken und sich gegenseitig beeinflussen. Mit großer Schulung ist an der Spannung der Strukturen, diese wechselseitige Beeinflussung zu ertasten und auch zu erspüren, wo die Einschränkungen liegen, die zum Problem des Patienten führen. So kann eine erhöhte Spannung im Bereich des oberen Brustbeins, der Schlüsselbeine und der oberen Brustwirbelsäule bei dem einen Patienten zu Schilddrüsenproblemen führen, beim anderen zu Schulterproblemen, beim dritten zu Lungen- oder Herzproblemen. In der Osteopathie wird auch die Geschichte des Patienten betrachtet. So können Ereignisse, die im Laufe des Lebens passiert sind viel später zu Problemen führen und sich auch gegenseitig beeinflussen. Die Summe des Erlebten kann dann zur Einschränkungen und dem Verlust der Kompensationsfähigkeit führen und damit zur Erkrankung. Es gibt genetische Veranlagungen wie Körperform, einer Neigung zu bestimmten Erkrankungen wie z.B. Arthrose, Herz-Kreislaufprobleme. Man ist diesen Dingen aber nicht hilflos ausgeliefert, sondern kann sie beeinflussen. So ist es dem Osteopathen möglich zu spüren, ob ein Kind die Anlage der Eltern wie Trichterbrust, Skoliose in sich trägt. Über die osteopathische Behandlung kann man die Entwicklung der Strukturen unterstützen. Über die Behandlung des Thorax und der Wirbelsäule lassen sich innere Organe wie z.B. Lunge, Magen usw. im chronischen wie im akuten Zustand beeinflussen, was dann auf die Widerstandsfähigkeit des Menschen und auch auf seine Psyche Einfluss hat.

Meditation und Gehirn, Heinz Hilbrecht, Schattauer
Das Gesetz der Balance, Dr.med. Fritz Friedl, Gräfe und Unzer
Organwesen, Ewald Kliegel, Anne Heng, Ryvellus
Körperschmerz-Seelenschmerz, Hildegund Heinl, Peter Heinl, Kösel
Was uns krank macht was uns heilt, Christian Schubert, Fischer und Gann
Was geht da drinnen vor, Lise Eliot, Berlin Verlag
Myofasziale Leitbahnen, Tom Myers, Elsevier

Rückbiss

Als Osteopathen haben wir das Glück mit allen Altersstufen arbeiten zu dürfen und durch unsere Hände zu erfahren, wie die Strukturen sich im Laufe des Lebens verändern und zu welche Problemen sie im Laufe der Jahre ausbilden können.
Bei unserer Arbeit mit Säuglingen begegnen wir immer wieder Neugeborenen, die mit dem Saugen Probleme haben. L.Haller (1) beschreibt die Funktion des Stillens und seine physiologischen Voraussetzungen. Der Säugling muss fähig sein die Brustwarze der Mutter mit seinen Lippen zu umfassen und mit der Zunge in einer melkenden Bewegung diese gegen den Oberkiefer auszustreichen. In seinem Artikel beschreibt L.Haller einige mögliche Ursachen. Die Problematik des Rückbisses, der allermeist durch ein zu kurzes Zungenbändchen hervorgerufen wird, fehlt in diesem Artikel. Leider wird heutzutage viel zu wenig auf diese Problematik eingegangen und dies hat weit reichende Folgen. Diese möchte ich gerne darstellen. Früher wurde viel häufiger das Zungenbändchen sofort durchtrennt und damit konnte der Säugling ein physiologisches Schluckmuster entwickeln. Ein kleiner Eingriff im Verhältnis zu den möglichen Folgen.
Ich möchte darauf hinweisen, dass nicht nur ein zu kurzes Zungenbändchen zu einem Rückbiss führt. Es gibt eine genetische Disposition dazu. Eine traumatische Geburt bei der viel Schub auf das Gesicht statt findet, wäre auch eine mögliche Ursache.

Kindliche Entwicklung

Wenn sich das physiologische Schluckmuster nicht einstellt, bei der die Zunge den Oberkiefer „massiert“, findet zu wenig Mobilisation der Kopfgelenke, der Kopfschwarte und des Occiput statt. Das Hyoid bleibt bewegungseingeschrängkt. Meist flacht sich in Folge das Occiput ab , die Halsfaszien sind restrikt, die Mobilität der beiden Claviculae schränkt sich ein und der Herzbeutel ist rigide. Die linke Zwerchfellkuppel hat oft eine erhöhte Spannung. Diese Kinder haben häufig auch eine Neigung zur Strecktendenz.
Im 3. Lebensmonat müssen die Säuglinge (4,5) die Grundreflexe wie ATNR, STNR usw. abbauen, damit sich die höheren Funktionen wie Gleichgewicht, Hören, Sehen, Proprioception aufbauen können. Hier ist eine gute Mobilität der oberen Kopfgelenke von höchster Bedeutung.
Prof. Breul wies in einem Faszienkurs darauf hin, dass die externe Kopfschwarte gegenüber den duralen Einscheidungen im Bereich der Kopfgelenke wie die Falx Cerebri, dem Duralsack des Rückenmarks wie eine Wippe funktioniert. In der Osteopathie besteht über den Core link eine enge Verbindung zwischen den Falxen und den unteren Anheftungen des Duralschlauchs im Bereich des Beckens. Beim kleinen Kind sind die inneren und äußeren Hirnhäute noch nicht getrennt. Um so wichtiger ist dann eine ausreichende Dynamik der inneren und äußeren Bedeckungen des Gehirns. Graham Scarr (7) weist in seinem Artikel in der Zeitschrift DO auf diese Zusammenhänge hin. Eine fehlende Mobilität hier kann ganz vielfältige Probleme in der Gehirnentwicklung zur Folge haben, sich aber auch noch in ganz anderen Bereichen zeigen wie die Entwicklung des Kiefers, des Nasen- und Mundraumes, den Augenhöhlen, dem Zwerchfellbereich mit Manubrium, Sternum und Rippen, den Hüften usw. (8)

Herz

Direkt nach der Geburt finden im Bereich des Herzeingangs Umgestaltungen statt. In der Wand der Vorhöfe muss sich das Foramen ovale schließen. Im Bereich der Aorta, den Lig. teres, den Lig. umbilicalia kommt es zu Umstrukturierungen. Durch die Festigkeit des Mundbodens, der Halsfaszien, der zentralen Sehnen bleiben hier in den sensiblen Zonen wie der Aorta, den beiden Art. brachiocephalica eine erhöhte Spannung. Die praktische Erfahrung zeigt, dass eine Entspannung im Bereich des Thoraxeingangs den Säugling unterstützt, dass diese Umbildungen sich entwickeln können und dass sich das Foramen ovale in den Atrien schließt. Für die explosionsartige Entwicklung des Gehirns ist eine gute Durchblutung wichtig. (9)

Durchblutung Gehirn

Stecco (10) und Meert (11) stellen die Verhältnisse im Bereich des Mundbodens und seiner Beziehung zu den arteriellen Zuflüssen zum Gehirn dar. Fehlspannungen im Mundbodenbereich können zu Durchblutungsstörungen des Gehirns führen. Meert weist ebenfalls auf die Bedeutung der syhphonartigen Schlingen der Art. vertebralis und der Art. carotis int. hin. Diese sollen den Blutfluss in den Arterien verlangsamen, so dass im Bereich des Gehirns die Nährstoffe besser abgegeben werden können. Lemcke und Meier Ärzte der Neurochirurgie im Unfallkrankenhaus Berlin stellen in ihrem Artikel dar, dass unelastische Hirnschlagadern zu zu heftig pulsierenden Blutfluss im Gehirn führt und möglicherweise die das Ventrikelsystem schädigen können, dass es möglicherweise zu einem inneren Hydrocephalus kommt. Die Veränderungen im Ventrikelbereich führen ihrer Ansicht nach eventuell zu Demenz. Spannungen im Mundbodenbereich machen die Carotis und Vertebralisarterie vulnerabel und können so die Entstehung von Plaques fördern.

Lymphe

Erst vor sehr kurzer Zeit wurde von Knipis entdeckt, dass das Gehirn doch über ein Lymphsystem verfügt. Nach Aussagen des Forscherteams folgt das Lymphsystem den Arterien in den Schädel, fließt in den Hirnhäuten und wird entlang den Venen wieder abtransportiert. Der Transport wird durch Hilfszellen, so genannte Astrozyten, unterstützt: Sie verbinden Zu- und Ableitung und verfügen vor allem an den Kontaktpunkten mit den Blutgefäßen über Wasserkanäle (Aquaporine), die Wasser in den interzellulären Raum gelangen lassen. Als die Forscher diese Aquaporine hemmten, ließ die Leistung des Abtransports erheblich nach.
In den Kursen Tiefencranio weist Neumann darauf hin, dass sie in Präparationskursen mit Prof. Breul darstellen konnten, dass die einzelnen Gehirnstrukturen wie Thalamus, Hypothalamus usw. mit Faszien umscheidet sind. Gerade für uns Osteopathen erklären diese Entdeckungen einige Phänomene, denen wir bei unserer Arbeit begegnen, zeigen aber auch die Wichtigkeit der Arbeit mit dem faszialen System des Schädels.
Bei der Arbeit mit Kleinkindern, bei denen der Schädelknochen noch nicht von den Hirnhäuten getrennt sind, begegnen wir immer wieder Kinder mit einem sehr harten, kompakten Schädel. Gerade hier ist die Arbeit mit dem gesamten faszialen System des Schädels, den Falxen, der Dura, dem Bereich der Sutura occipitomastoida, dem M. sternocleido und dem Mundboden von großer Bedeutung um die Gesamtdynamik des Schädels zu aktivieren.
In der Osteopthie gibt es das Konzept der Diaphragmen, die alle zusammenarbeiten. Für mich stellt sich der Mundboden ebenfalls als Diaphragma dar, das mit der Atembewegung wie auch der Beckenboden mitschwingt. Über das fasziale System ist der Mundboden mit der Achselhöhle verbunden. Herrscht hier zwischen Mundboden, Platysma, Schlüsselbeine und dem Pectoralis major und minor zu viel Spannung, kann die Lymphe über den venösen Rappel nicht genügend abtransportiert werden.

Venöses System

Meert (14) zeigt sehr anschaulich die Funktion des venösen Systems. Thon (15) weist auf die Bedeutung des Venensystems um das Rückenmark herum hin. Kavales, portales und vertebrales Ve- nensystem funktionieren eher parallel zueinander als aufeinanderfolgend und repräsentieren die 3 embryologischen Gewebederivate Mesoderm , Entoderm und Ektoderm Das vertebrale Venensys- tem ist mit allen venösen Systemen (außer dem koronaren) verbunden und ihm kommt dadurch eine vermittelnde Rolle zu. Es besitzt keine Klappen und auch keine festgelegte Flussrichtung. Vielmehr kann es Druck aus dem portalen oder kavalen System aufnehmen und umleiten und dient dadurch dem Erhalt der inneren Homöostase. Das darin enthaltene Blut bewegt sich ebbe- und flutartig auf und ab und erneuert sich durch den regelmäßig Zu- und Abstrom. Dies widerspricht der Vorstellung eines sich ständig im Kreis bewegenden Systems.
Unser Augenmerk sollten wir auf die Orte der Anastomosen zwischen den 3 Systemen legen. Diese liegen im Bereich des Beckendiaphragmas und des abdominalen Diaphragmas, wo sich portales, kavales und vertebrales System treffen, und im kranialen Bereich in der Region um den Sinus cavernosus und Plexus venosus pterygoideus, wo das vertebrale System über die kranialen Sinus die zentrale Achse verlässt und weiter peripher in das kavale System einmündet.
Ein Stau oder Fehlspannungen im Bereich der Anastomosen führt zu einem verminderten Abtransport der Metaboliten. Eine verstärkte Füllung führt zu einer mangelnden Flexibilität der Wirbelsäule.

Nerven
Meert beschreibt ausführlich die Lage der Nerven im Bereich des Mundbodens und mögliche Entrapment-Syndrome. Ich möchte das Augenmerk noch auf eine weitere Region lenken, deren Bedeutung von Porges in seinem Konzept „Die Polyvagale-Theorie (17,18) dargestellt wurde. Er zeigt wie stark diese Region für unseren emotionalen Ausdruck wichtig ist. Wenn bei dem kleinen Kind es hier bereits zu Funktionsstörungen kommt und der sprachliche Ausdruck, der Gesichtsausdruck, die Steuerfähigkeit von Herz und Lunge eingeschränkt sind, braucht das auch im späteren Leben immer eine erhöhte Kraft um gegen die Widerstände anzuarbeiten. Bei unserer täglichen Arbeit begegnen wir vielen Patienten mit einem hohen Tonus im Bereich des Nackens, dem Gesicht und Mundbereich. Sich mimisch nicht genügend ausdrücken zu können, oder Stress im Mundbereich abbauen zu können wird sich auf den psychischen Bereich auswirken. Diese Spannung saieht man den Meschen oft schon im Gesicht an.

Fasziales System
Myers zeigt in seinem Buch Anatomy trains im Anhang den engen Zusammenhang der myofaszialen Ketten mit den Meridianen der chinesischen Medizin. In der TCM gehören der Funktionskreis Herz und Dünndarm, zusammen mit dem 3 facher Erwärmer (Schilddrüse) und dem Herzbeutel . Diese Zusammenhänge kann man in der faszialen Arbeit bei den kleinen und großen Patienten nachvollziehen. Bei den Kleinen, die einen Rückbiss haben, findet man Spannungen vom Mundboden über die Halsfaszien, Schlüsselbeine, Herzbeutel bis in den Bereich der linken Zwerchfellkuppel. Bei diesen Kindern ist dann nach kranial eine erhöhte Spannung im Bereich des gleichseitigen Occiput und Temporale. Durch die erhöhte intraossäre Spannung im Os temporale kann es möglicherweise zu Ohrproblemen kommen.
Eine weitere wichtige myofasziale Kette ist die oberflächliche Frontallinie. Die Spannungen aus dem Mundbodenbereich übertragen sich unter anderem auf das Brustbein. Viele dieser Kinder haben die Tendenz zu einer Trichterbrust. Gerade der Bereich des Processus xyphoideus wird hier resrikt. In diesem Bereich (20) kreuzen viele Kraftlinien innerhalb des faszialen Systems. Über das Zwerchfell ist dieser Bereich mit den Zwerchfellschenkeln verbunden. Diese Patienten ob groß oder klein neigen hier zu Bewegungseinschränkung in Lateralflexion und Rotation. Bei den Kleinen drückt sich dies oft durch ein verspätetes Krabbeln aus. Diese Region ist durch die zentrale Sehne mit der Vorderseite der WS verbunden bis zum Foramen major und kaudal bis zum Os coccsys. Wie im Bereich der Kopfgelenke die äußeren und inneren Strukturen zusammen wirken müssen, so auch hier.
Durch die Spannungen im Bereich des Herzeingangs, im Bereich der Zwerchfellschenkel, aber auch im Bereich des Leistenbandes kann hier möglicherweise der Blutfluss und Abfluss Richtung Bein gestört werden. Bei vielen Kleinen findet man eine fehlende Moblilität der ISG, Beckenboden, Membrana obturatoria (Blutzufluss zur Hüfte) und Adduktoren. Diese Spannungen hier können im Blutsystem aber auch in der Propreoception (Gangbild)sich ausdrücken.

Zunge

G. Meert (3) beschreibt in seinem Buch Veno-lymphatischer kraniosakrale Osteopathie den Aufbau der Zunge und ihre Zusammenhänge. Bei den Kindern mit dem zu kurzen Zungenbändchen wird im Laufe der Entwicklung oft der obere Anteil der Zunge hypermobil, während der untere Anteil wie der M. mylohyoideus, M. digastricus verkürzt bleiben. Diese Spannung setzt sich über die Zentrale Sehne in das Mediastinum fort. Bei diesen Kindern ist die Zunge nicht beweglich genug, um alle Buchstaben gut formen zu können. Oft werden sie für Jahre in die Logopädie geschickt. Oft wird das zu kurze Zungenbändchen übersehen, da nicht zwischen oberen Anteil der Zunge und dem Mundboden unterschieden wird. Um dies differenzieren zu können muss man die HWS im Liegen in eine neutrale Stellung bringen, den Patienten bitten, den Mund zu öffnen. Dies ist in dieser Position schon für viele dieser Patienten schwierig. Dann ergreift man die Zungenspitze mit einem Küchenkrepp und zieht sie zuerst nach vorne, dann zu beide Seiten und nach kranial. Dies kann für den Patienten schmerzhaft sein. Bewegt man dann noch den Platysma, die Clavicula, die Schulter, die oberen Rippen, dann ist eine deutliche Erhöhung der Spannung in den Strukturen zu spüren. Bei manchen der Patienten wird die Zunge breiter, wenn man sie bittet diese nach vorne zu schieben.
Oft ist es diesen Patienten nicht möglich bei neutraler HWS den leicht geöffneten Kiefer nach links oder rechts zu verschieben und dabei die Zunge gegengleich zu bewegen. Um die tägliche Kaufunktion, hier vor allem die Mahlbewegungen ausüben zu können, werden diese Patienten die HWS in eine Überstreckung bringen, was dann einen Hypertonus der kurzen Nackenmuskulatur und der Kaumuskulatur zur Folge hat.

Sprachentwicklung (21)

Sprachentwicklungsströungen können folgende Ursachen haben:
Organisch-somatische Ursachen
Hierzu zählen Anomalien der Sprachwerkzeuge wie anatomische Veränderungen der Lippen, des Kiefers, des Gaumens und der Zunge.
Hörstörungen
wie Schwerhörigkeit, chron. Ohrentzündungen. Zentrale Hörstörungen wie auditive Wahrnehmungsstörungen ( mögliche Ursache einer Legasthenie)
Hier spielen die auditive Aufmerksamkeit, die Beeinträchtigung der Lautdifferenzierung, eine verkürzte Hör-Merk-Spanne, eine Beeinträchtigung der akustischen Figur-Grund-Wahrnehmung, oder eine Beeinträchtigung des Richtungshören statt.
Neurologische Störungen
u.a. durch neuromuskuläre Störungen im Bewegungsablauf.
kognitive Beeinträchtigung, Mehrsprachigkeit, Soziale Beeinträchtigung und weitere.
Näseln
Hierfür sind meist die Wucherungen oder Schwellungen in den Nasengängen verantwortlich. Wie ich bereits oben beschrieben habe, haben diese Kinder oft Lymphabflussstörungen, auch verursacht durch Spannungen im Bereich des Gaumensegels.

Das kleine Kind muss seine Umwelt mit allen Sinnen wahr nehmen. Greifen ermöglicht das begreifen. Bewegung, Wahrnehmen und Lernen sind unmittelbar verbunden. Durch eine fehlende Mundraumerfahrung durch zu viel Spannung in diesem Bereich und damit auch zu wenig propreoceptive Erfahrung und Aufbau der sensorischen Felder im Gehirn führen zu Problemen im Laufe der Entwicklung.
Bei den betroffenen Kindern ist auffällig, dass sie oft eine erhöhte Spannung im Bereich der Os temporale aufweisen. Hier liegen das Broca und Werneckezentrum für die Sprache. Im Bereich der Os parietale wo die sensorischen Felder und sensorischen Assoziationsfelder hat ebenfalls oft Spannung.
Auch die zu hoher Tonus im Bereich des Zwerchfells und im Schlundbereich kann hier zu Problemen führen. Sprechen ist eine aktive Ausatmung.
Sprache zu lernen ist ein äußerst komplexer Vorgang, der viele Sinne mit einbezieht und für unsere sozialen Beziehungen entscheidend ist.

Wir sollten als Osteopathen, die mit kleinen Kindern haben von Anfang an dem Mundraum und seiner Entwicklung die nötige Bedeutung zumessen. So können wir helfen, dass sich die Durchblutung des Gehirns gut aufbaut, die Kopfgelenke als Sinnesorgane für die räumliche Orientierung entwickeln, dass Sprechen und Hören gut funktioniert und sich die Wirbelsäule gut in die Achse stellt.

1 Lynn Haller, DO 2013, 11 (3) 25-30 Osteopathische Diagnostik und Behandlung bei Stillproblemen
2 Stecco, Urban & Fischer Atlas des menschlichen Fasziensystems
3 Guido Meert, Urban & Fischer, Veno- lymphatische kraniosakrale Osteopathie S.252 ff
4 Lise Eliot, Berlin Verlag, Was geht da drinnen vor
5 Torsten Liem, Hippokrates, DO 1/2009, Auswirkung persistierender Reflexe auf die auditorische und visuelle Wahrnehmung
6 Prof. Reiner Breul, Faszienkurs Alexanderbad, Kursaufzeichnungen
7 Graham Scarr, DO 10/2010, Das Schädeldach als Tensegrity-Struktur
8 Guido Meert, Urban & Fischer, Veno- lymphatische kraniosakrale Osteopathie, S 254- 262
9 www.embryology.ch, Blutfluss vor und nach der Geburt, Animation
10 Carla Stecco, Urban & Fischer, Atlas des menschlichen Fasziensystems, S. 132- 138
11 Guido Meert, Urban & Fischer, Veno- lymphatische kraniosakrale Osteopathie S. 191-196 und 213-215
12 Geist und Gehirn, Spektrum Verlag, Nr. 6/2013, S. 66-71
13 http://www.spektrum.de/news/neu-entdecktes-kanalsystem-reinigt-das-gehirn/1159748
14 Guido Meert, Urban & Fischer, Veno- lymphatische kraniosakrale Osteopathie S 198-208
15 Thon N. Stimmt unsere Vorstellung vom venösen System? DO – Deutsche Zeitschrift für Osteopathie 2014; 3: 21–23
16 Guido Meert, Urban & Fischer, Veno- lymphatische kraniosakrale Osteopathie S 347-363
17 M.Harris, DO 2016; 14(02): 11-13, Die Polyvagal-Theorie
18 Stephen Porges, Auditorium, Neurophysiologie der Selbstregulation
19 Thomas Myers, Urban&Fischer, Anatomy trains, S.341-349
20 Carla Stecco, Urban & Fischer, Atlas des menschlichen Fasziensystems, S. 157
21 Hessisches Sozialministerium, Sprachentwicklung und Sprachförderung bei Kindern

Weiterführende Links:

Current Info on Tongue  and Lip Tie

Adult Frenectomy For Pain Relief: Osteopathic Considerations


http://www.ankyloglossiabodyworkers.com
http://www.bodywork.org.uk/parents.html

Biodynamische Osteopathie

Dynamik

Dynamik

Die biodynamische Osteopathie basiert auf der Arbeit von W.G. Sutherland, D.O..
Er entwickelte ein physiologisches und therapeutisches Model, welches auf klinischer Anatomie, den Kräften der Embryologie, der direkten Wahrnehmung der Naturgesetze, der unwillkürlichen Autokorrektur und der Selbstheilungskräfte im Körper basiert.
Die embryologische Basis hierfür hat in einer geradezu perfekten Weise der deutsche Embryologe Prof. Erich Blechschmidt erforscht und geschaffen.
Als der amerikanische Osteopath Dr. James S. Jealous D.O. 1982 einen Vortrag über Embryologie für die „Sutherland Cranial Teaching Foundation“ vorbereitete, fiel ihm das Buch „Biokinetik und Biodynamik der menschlichen Entwicklung“ der Embryologen Dr. Blechschmidt und Dr. Gasser in die Hände.
Dr. Jealous las Dr. Blechschmidt’s Beschreibung der embryologlischen Entwicklung der metabolischen Felder und verknüpfte dies mit dem, was Dr. Sutherland, Begründer der Craniosacralen Osteopathie, als die Flüssigkeitsfelder beschrieben hatte: Dr. Blechschmidt sah den ganzen Embryo in einem morphogenetischen Feld, während Dr. Sutherland einen physischen Körper in Kommunikation mit einem Flüssigkeitskörper beschrieben hatte.
Dr. Jealous vereinte dieses Wissen und bereitete mit der Entwicklung feiner Wahrnehmungs- und Behandlungstechniken einen neuen Weg in der Osteopathie, die Biodynamische Craniale Osteopathie war geboren.
Diese Arbeit ist noch sanfter und subtiler als die traditionelle Osteopathie.
Ziel biodynamischer „Techniken“ ist es, den Patienten in seiner Gesamtheit zu behandeln und ihn mit den Gesundungsprozessen im Körper in Kontakt zu bringen.
So wird nicht ein Segment im Patienten zum Neutralpunkt, sondern dessen gesamter Körper – mit Erreichen dieses Neutralzustandes entsteht ein Gleichgewicht im vegetativen Nervensystem – Homöostase.
Wendet man nun an diesem Punkt bestimmte Prinzipien an, kommt ein therapeutischer Prozess in Gang, der den Menschen als Ganzheit erreicht.
Der Osteopath benützt seine Hände zur Wahrnehmung, Diagnosestellung und Behandlung.
Die Aufmerksamkeit richtet sich hierbei nicht auf die Suche nach Symptomen und Dysfunktionen, sondern auf das Erkennen von Prioritäten, welche die innewohnende Gesundheit vorgibt und welche unterstützt werden sollen.

Verfasst von Claudia Biesinger

Forschung im Bereich der Osteopathie

Immer wieder wird von Medizinern der Osteopathie vorgeworfen, dass es keine wissenschaftlichen Nachweise über ihre Wirksamkeit gäbe. Dies stimmt so nicht. Größere validierte Studien sind als Privatmann kaum zu leisten. Da die Osteopathie immer mehr auch als Bachelor und Masterstudiengang angeboten wird, ist es jetzt möglich, Arbeiten im Bereich der universitären Forschung zu erstellen.

In den Vereinigten Staaten ist Osteopathie ein ärztliches Studium und hier gibt es eine Vielzahl an Forschungsarbeiten. Diese Arbeiten sind in den entsprechenden Suchmaschinen zu finden wie z.B. medline. Exemplarisch möchte auf eine Studie von Frau Belinda Coulton verweisen: „Osteopathische Forschung bei Kindern“. Diese Arbeit ist bei www.thieme-connect.de/ejournals unter http://dx.doi.org/10.1055/s-0035-1557854 einsehbar.

Eine Gruppe russischer Ärzte in Sankt Petersburg hat mehrere Studien im Kinderbereich verfasst.

www.rusosteopathy.com/rvsom/stat202.doc

Hier in Deutschland werden wissenschaftliche Arbeiten durch den “Förderverein für osteopatische Forschung“ unterstützt. Es existiert eine Studie zu chronischen Rückenschmerzen. Diese ist unter folgendem Link herunter zu laden:

www.foerderverein-osteopathie.de/

Weitere wissenschaftliche Arbeiten sind gegen eine Unkostenentschädigung unter folgender Adresse zu erhalten:

http://www.german-afo.de/diplom.html
Hier handelt es sich um Diplomarbeiten, die von der „Akademie für Osteopathie“ gefördert wurden.

Um den Wissenschaftler Robert Schleip wird an der Uni Ulm zum Bereich der Faszien geforscht. Die Faszien stellen eines der großen Arbeitsfelder der Osteopathie dar.

https://www.uni-ulm.de/med/…/faszienforschung.html

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