20 jähriges Jubiläum als Osteopathin

Ein Rückblick

2001, vor 20 Jahren habe ich die Osteopathie an der Internationalen Akademie für Osteo pathie (IAO) in Gent abgeschlossen.

Der Weg zum Abschluss in der Osteopathie war lang. 1990 habe ich die Ausbildung an der IAO in Deggendorf begonnen. Nach 5 Jahren Ausbildung stellte sich heraus, dass das noch nicht alles war und wir nochmals 600 Ausbildungsstunden absolvieren mussten um eine Anerkennung zu erreichen. Da nicht klar war, ob wir als Studenten der IAO in Deutschland den Abschluss machen können, haben wir uns entschlossen die Prüfung in Belgien vor dem dortigen Ausschuss abzulegen. So habe ich 2001 mit anderen Kollegen aus dem Stuttgarter Raum die Prüfung in Gent abgelegt und die Abschlussarbeit vorgestellt.

In der Zwischenzeit hat sich die Osteopathie in Deutschland mehr formiert und der Verband der Osteopathen Deutschland wurde (VOD) gegründet um politisch die Ausbildung zu strukturieren und um langfristig eine Anerkennung als eigenes Berufsbild zu erreichen.

Um auch in Deutschland anerkannt zu werden, haben wir eine Abschlussprüfung auch in Deutschland noch einmal abgelegt.

Die Osteopathie ist populär geworden und heute kennen sie viele Menschen persönlich. Eine berufliche Anerkennung gibt es leider noch nicht. Da Osteopathie Heilkunde ist, muss man eine Anerkennung als Heilpraktiker haben.

Zum damaligen Zeitpunkt gab es noch wenig deutsche Literatur zur Osteopathie. Das hat sich geändert. Auch werden mittlerweile viele Kurse für Postgraduierte angeboten. Mittlerweile kann die Osteopathie auch studiert werden.

Damals war alles neu und damit auch spannend. Auch heute noch gibt es viel Neues und Interessantes in der Osteopathie zu entdecken. So blicke ich zurück auf viele spannende Dozenten, die mir die Essenz der Osteopathie näher gebracht haben.

So kann Osteopathie der Brustgesundheit helfen

Bei folgenden Problemen ist eine Osteopathie sinnvoll.

Es gibt vielfältige Gründe woran die weibliche Brust erkranken kann.

Stillen

Am bekanntesten sind die Stillprobleme nach der Geburt. Durch das Einschießen der Milch und eventuell Saugproblemen des Säuglings kann es zu Stauungen der Brust und damit auch zu Entzündung der Brust kommen.

Chirurgische Eingriffe an der Brust

Brustprobleme nach einer Brustamputation mit Bestrahlung und oder Chemotherapie. Bei Brustvergrößerung und Verkleinerung.

Hormonell abhängige Probleme im Verlauf des Zyklus.

Das Brustgewebe ist faszial verbunden mit der Bedeckung des Brustkorbes und seiner Muskulatur. Für die Brust spielt daher ihre Verbindung zum knöchernen Brustkorb eine Rolle,wie die Beweglichkeit der Rippen und der Wirbelgelenke. Die hinteren Rippengelenke der Brustwirbelsäule 1-4 haben Kontakt zum sympathischen Grenzstrang. Dieser regelt die Durchblutung des Brustkorbes und zum Kopf hin.

Der Brustkorbeingang.

Hier spielt die Beweglichkeit der Schlüsselbeine und ihr Kontakt zu den Venen Richtung Herz eine große Rolle. Hier fließt auch die Lymphe zurück in das venöse System. Im Bereich der Achsel liegen die Wächterlymphknoten der Brust. Dieser Bereich ist für die Lymphabflüsse von Bedeutung.

Restriktionen im Bereich der Lunge,. Diese können zu Bewegungseinschränkungen des Brustkorbes führen und beeinflussen so indirekt den Bereich der Brust. Die Lungenbeutel gehen in die faszialen Halsbedeckungen über. Restriktionen in diesem Bereich wirken sich ebenfalls auf die Brust aus.

Das Zwerchfell ist die größte Venen-Lymphpumpe. Sollte es hier zu Beweglichkeitseinschränkungen kommen, wird sich dies auch auf den Lymphfluss im Brustbereich auswirken.

Die Brust liegt wie eine Grapefruit auf dem Brustkorb und sollte in alle Richtungen verschieblich sein. Die Milchschläuchchen sind zur Brustwarze hin fixiert. Hier kann durch Techniken geholfen werden diese zu entstauen.

Über die Hormone der Hypophyse wird die Brust beeinflusst. Hier kann über eine craniale osteopathische Arbeit regulierend Einfluss genommen werden.

Die Schilddrüse liegt eingebettet in den faszialen Halsgeweben. Spannungen hier wirken sich auf die Schilddrüse aus. Die Schilddrüse ist auch für den hormonellen Bereich von Bedeutung.

Die Osteopathie bietet für die Probleme der Brust vielseitige Therapiemöglichkeiten und kann so die Brustgesundheit unterstützen.

Die Bedeutung der Lymphe im Kopfbereich und wie die Osteopathie dies unterstützen kann

Version für den Laien

Bis vor kurzer Zeit ist man davon ausgegangen, dass das Gehirn kein eigenes Lymphsystem hat. 2013 entdeckte eine Forschergruppe um Nedergaard, dass die Stützzellen des Gehirns eine Röhre um die Gefäße des Gehirns bilden, über welches vor allem während dem Schlaf eine rhytmisches Absaugen der Schadstoffe aus der Hirnflüssigkeit statt findet. Die gewonnene Flüssigkeit wird in das Lymphsystem abgegeben. Ein weiteres Labor um Knippis hat eine Gefäßnetzwerk in den Hirnhäuten gefunden, das einen direkten Zugang zu den Hirnhäuten mit seinen Gefäßen hat. Sie weisen auch auf die Bedeutung des Lymphsystems im Bereich des Siebbeins mit dem Riechnerven und den Schlemmschen Kanälen für das Auge hin. Diese stellen ein wichtiges Reinigungssystem für die Augen dar.

Die Lymphe erfüllt eine wesentliche Immun- und Entsorgungsfunktion. Daher liegt nahe, dass es zu Problemen kommen kann, wenn dieses System nicht mehr gut genug funktioniert. Hierzu gehören die neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, MS, Apoplex aber auch Augenprobleme wie der Graue Star, virale Belastungen im zentralen Nervensystem und viele weitere Krankheiten.

Osteopathische Überlegungen

Berücksichtigt man diese neuen Erkenntnisse hinsichtlich der Versorgung und Reinigung des Gehirns, so gewinnen Herangehensweisen über das flüssigen System eine weitere wichtige Perspektive. In der Osteopathie hat dieses System schon immer eine große Rolle gespielt und bietet hier viele Techniken zur Therapie an:

Therapie des Ventrikelsystems

In den Ventrikeln wird die Hirnflüssigkeit gebildet, die das zentrale Nervensystem umfließt und dann über den 4. Ventrikel den Schädel verläßt und bis in die Peripherie das Nervensystem begleitet.

Eine gute Fluktuation und ein gutes Abfließen sind hier von großer Bedeutung. Die Mobilität der Rippenköpfchen ist für die Resorption dann wichtig.

Entspannung der Kopfschwarte, an der die großen Muskelketten ankern. Einschränkungen der faszialen Ketten haben hier einen Einfluss. Die Kopfschwarte hat 7 Schichten. Zwischen den Schichten fließt Lymphe. Hier gibt es Gefäß- und Nervenverbindungen von außen nach innen. Diese Verbindung dient der Homöostase (Gleichgewicht der Flüssigkeiten). Einschränkungen hier haben vielfältige Einflüsse und können zu verschiednen Störungen führen wie z.B. Kopfschmerzen.

Entspannung der inneren Hirnhäute. In den Öffnungen der Hirnhäute zum Schädel hin fließt venöses Blut zusammen.Dieser Bereich hat mit der Kopfschwarte Beziehungen. Durch die einzelnen Hirnhäute werden möglicherweise Engpässe für Nerven und Gefäße gebildet. Diese Engpässe können den Durchfluss stören und die Nerven beeinträchtigen.

– Behandlung des Nasenwurzelbereichs. Über den Riechnerv und die Schlemmschen Kanäle des Auges fließt Lymphe ab. Oberhalb der Augen liegt das Stirnbein. Die Innenseite ist ausgegleitet mit Hirnhaut. Hier setzt die sichelförmige vordere Hirnhaut an. Fehlspannungen hier haben Einfluss auf die Augen, den Nasenbereich, dem Oberkiefer und dem Stirnhirnbereich. Im Stirnhirn liegt unsere bewußte Verarbeitung. Diese Region ist auch für die Gesundheit der Augen wichtig.

– Behandlung des gesamten Schlundbereich. In diesen sind die großen Gefäße zum Kopf hin eingebettet, das Lymphsystem u.a. der Waldeyersche Rachenring und ein Teil der Hirnnerven. Eine gute Beweglichkeit des Mundbodens wirkt wie eine Pumpe auf den Rachenring. Hier spielt auch die Beweglichkeit des Kiefergelenkes eine Rolle.

– der Thoraxeingang mit seiner Verbindung zum Herzeingang. Hier liegen zum einen die großen Gefäße, die zum Herzen führen, vergitative Nerven, die Einmündung des Lymphsystems in die Unterschlüsselbeinvenen. Eine gute Beweglichkeit der oberen Brustwirbelsäule, der Schlüsselbeine, der Schultergelenke, des Brustbein, der Rippen sind hier von großer Bedeutung. In diesem Bereich müssen auch die vielfältigen faszialen Zusammenhänge therapeutisch bedacht werden.

Dies ist ein Teil der osteopathischen Arbeit um den Kopf frei zu machen.

Lymphsystem des Kopfes

Bis vor relativ kurzer Zeit wurde davon ausgegangen, dass das ZNS kein eigenes Lymphsystem hat und das periphere Lymphsystem mit dem Waldeyer-Rachenring bzw. den Tonsillen, Polypen und Lymphknoten im zervikalen Bereich an der Schädelbasis endet. Ab der Dura mater gäbe es kein Lymphsystem.

Die Blut-Hirn-Schranke und die Blut-Liquor-Schranke wurden unter physiologischen Bedingungen als unüberwindliche Grenze betrachtet,nur wenige Stoffe seien durchgängig.

2013 entdeckte die Forschergruppe um Nedergaard einen physiologischen Mechanismus im Bereich der Gliazellen (Stützzellen des Gehirns )des ZNS, den sie in Anlehnung an das lymphatische System glymphatisches System tauften. Sie waren die Ersten, die diese funktionelle Einheit beschrieben. Ähnlich dem lymphatischen System wird das glymphatische System als fließendes Durchlaufsystem zum Abtransport von überflüssigem und schädlichem Material verstanden.

Die Transportflüssigkeit wird in das lymphatische System abgegeben. Louveau und Kipnis sowie Aspelund et al. entdeckten später auf der Suche nach Zugangswegen für T‑Zellen (Immunzellen) die Arteriolen und Venolen begleitende Lymphgefäße.

Das Kipnis-Labor hat ein Gefäßnetzwerk in der Hirnhaut mit direkter Verbindung zu den zervikalen Lymphgefäßen gefunden. Die Drainage erfolgt in den Kanälen entlang der venösen Zusammenflüsse in den Hirnhäuten, Meningealarterien und Hirnnerven sowie dem Siebbein und über eine Absorptiondes Liquors. Das Abflusssystem der Augen sehen sie auch als Teil dieses Systems. Dies dient der Reinigung der Augen.

Hirnnervenwasser ( Liquor cerebrospinalis)

Im Liquor cerebrospinalis sammeln sich alle Stoffe, die nicht über die Blut-Hirn-Schranke gelangen und ausgeschieden werden können. Lange ging man davon aus,dass dies durch Diffusion geschieht, doch bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass dieser Vorgang viel zu langsam wäre. Da das Gehirn eine extrem hohe Stoffwechselaktivität hat, muss es andere Mechanismen geben. Heute weiß man, dass es einen schwallartigen Abfluss im Liquor gibt,der am schnellsten im Bereich der weißen Materie und um die Gefäße herum ungefähr genauso schnell wie der Lymphfluss in der Peripherie fließt.

Lymphsystem des Gehirns

Die Lymphe erfüllt eine wesentliche Immun- sowie eine Entsorgungsfunktion. Die Lymphgefäße verlaufen parallel zu den Blutgefäßen und transportieren interstitielle Flüssigkeit, Proteine und Stoffwechselprodukte. So kommt es zur Reinigung über das venöse System und die Abbauprodukte werden über Leber und Nieren entsorgt. Sie verbinden Immun- und Nervensystem und könnten daher eine Rolle bei Autoimmun- und neurodegenerativen Erkrankungen spielen.

Immunaufgaben des Lymphsystems

Das Lymphsystem hat mit grundlegenden Aspekten der Organfunktion wie interstitielle Flüssigkeit zwischen den Zellen, Gleichgewicht der Lipide und Proteine sowie Transport von Lymphozyten und antigenpräsentierenden Zellen zu den Lymphknoten zu tun. Das scheint auch im Gehirn entsprechend zu sein. Ebenso wie das periphere Lymphsystem hat das Lymphsystem der Hirnhäute eine Immunzellfunktion mit B- und T-Lymphozyten und drainiert das Gewebe.

Schlaf

Das Gehirn, dessen Masse nur 2% des Körpergewichts beträgt,verbraucht ca. 25% der Energie. Das heißt, es fallen auch entsprechend Metabolite an, die abtransportiert werden müssen. Dass glymphatische System entsorgt gemeinsam mit dem lymphatischen System die Metabolite des ZNS. Die Hauptaktivitätszeit ist nachts. 90–95% der Entsorgung finden während der Tiefschlafphasen statt. Außerdem ist der Fluss nachts schneller, vermutlich auch dadurch bedingt, dass die Zellen nachts schrumpfen und somit bis zu 60–65%mehr Platz zum Durchspülen (Bulkflow) gegeben ist. Dies zeigt die Bedeutung eines gesunden Schlafes an. Die Annahme, dass nicht nur Vorgänge im Zellinneren,sondern auch im Interstitium an degenerativen und neurologischen Erkrankungen wie z.B. Morbus Alzheimer beteiligt sind, verdeutlicht, wie wichtig eine gute Reinigung

Osteopathische Überlegungen

Berücksichtigt man diese neuen Erkenntnisse hinsichtlich der Versorgung und Reinigung des Gehirns, so gewinnen Herangehensweisen über das flüssigen System eine weitere wichtige Perspektive. In der Osteopathie hat dieses System schon immer eine große Rolle gespielt und bietet hier viele Techniken zur Therapie an:

– Therapie des Ventrikelsystems, Hier kommt dem 4. Ventikel eine große Bedeutung zu, da die Hirnflüssigkeit von hier nach unten das Rückenmark umspült bis in die peripheren Nerven.

– Entspannung der Kopfschwarte ( 7 Schichten, zwischen denen die Lymphe fließt) An ihr ankern die großen Muskelketten. Spannungen im Bereich des Körpers können hier zu Störungen führen. Hier liegen Gefäß- und Nervenverbindungen die das Kopfäußere mit dem innenen Liquorsystem verbinden . Diese Verbindung dient der Homöostase (Gleichgewicht der Flüssigkeiten). Da der Schädel beengt ist, spielt dies eine Rolle z.B. bei Kopfschmerzen.

-Entspannung der inneren Hirnhäute. Mit diesen ist auch das Gefäßsystem verbunden. Durch Fehlspannung kann es zu Engpässen im Flussvolumen kommen.

– Behandlung des Nasenwurzelbereichs. Über den Riechnerv und die Schlemmschen Kanäle des Auges fließt Lymphe ab. Von oben her ist hier der knöcherne Deckel oberhalb der Augen, wo die vordere Hirnhautsichel ansetzt. Die Hirnhäute öffnen sich zum knöcheren Schädel hin und führen venöses Blut. Hier liegt der Teil unseres Gehirn, der unser Bewusstsein ausmacht. Die Region ist auch für die Gesundheit der Augen wichtig.

– Behandlung des gesamten Schlundbereich. In diesen sind die großen Gefäße zum Kopf hin eingebettet, das Lymphssystem u.a. der Waldeyersche Rachenring und ein Teil der Hirnnerven. Eine gute Beweglichkeit des Mundbodens wirkt wie eine Pumpe auf den Rachenring und aktiviert den Lymphfluss.

– der Thoraxeingang mit seiner Verbindung zum Herzeingang. Hier liegen zum einen die großen Gefäße zum Herzen hin führen, vergitative Nerven und der Rückfluss des Lymphsystems aus dem gesamten Körper in die Unterschlüsselbeinvenen.

Dies ist ein Teil der osteopathischen Arbeit um den Kopf frei zu machen.

Tiefencranio Zertifikat

Zertikfikat

Das Zertifikat steht nach einer langen intensiven Ausbildung über die Funktion des Gehirns und seiner Zusammenarbeit mit den Organen. Viele dieser Erkenntnisse wurden erst in den letzten Jahren in den Neurowissenschaften erforscht. Ein Teil dieser Erkenntnisse waren aber schon länger Bestandteil der osteopathischen Arbeit. Das Äußere des Körper beeinflusst das Innere und umgekehrt. Es wird der Blick auf alle Systeme wie Nervensystem, Skelett, Blutsystem, Immunsystem, Hormonsystem, Psyche, Biochemie genommen und seine vielfältigen gegenseitigen Wirkweisen.

Gründung der Berthold und Brigitte Hollering Stiftung

Gründungsflyer

Ich möchte Sie gerne auf ein Projekt aufmerksam machen, das gerade im Aufbau ist. 

Seit vielen Jahren habe ich an Fortbildungen Kinderosteopathie und Tiefencranio bei Norbert Neumann teil genommen. Er hat eine sehr tiefgreifende osteopathische Herangehensweise an schwierige Krankheitsbilder. Vom bayrischen Staat wurde er für seine Arbeit mit Down-Syndrom Kindern ausgezeichnet.

Mit diesem Projekt erfüllt er seinen Wunsch, sein großes Wissen weiter zu geben und die von ihm ausgebildeten Therapeuten mit einzubinden, um zum Wohle der betroffenen Familien mit ihren Kindern zu wirken. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit auch mit Professoren, soll die Wirksamkeit von Osteopathie darstellen. Dies ist nur in einem klinischen Kontext möglich.

Zu diesem Zweck gestaltet Bad Alexanderbad das Kurmittelhaus um, um Familien Unterkünfte zu bieten und Räumlichkeiten für die Therapie zu schaffen. Bad Alexanderbad liegt im Fichtelgebirge in einer schönen Natur und verfügt über mehrere Heilquellen. In den letzten Jahren wurde ein kleines attraktives Heilbad dem Kurmittelhaus angeschlossen.

Das Gehirn kennt keine Muskeln

Faszien des Rückens
Ansicht der Rückenfaszien

Das Gehirn kennt keine Muskeln

Das Neugeborenen bringt bereits reflexhafte Bewegungsmuster mit (1). In diesen Mustern sind bereits die späteren Bewegungen erhalten, die wir für die Fortbewegung benötigen wie Umdrehen, Kriechen usw. Diese Grundbewegungsmuster sind die Grundlage für die komplexen Bewegungen, die wir später lernen.

Diese Grundmuster an Bewegung werden in der Kindheit vor allem im Kleinhirn gespeichert. Das Kleinhirn lernt vor allem in der Kindheit. Ähnlich wie der Thymus für das Immunsystem hört das Kleinhirn mit dem „großen“ Lernen am Ende der Kindheit auf(2).

Das Baby muss auch ein eigenes Körperbild aufbauen (3). Über Berührung, Ansprache und eigenes Tun bildet sich in den Assoziationsfeldern des Temporalhirns ein Selbstbild. 80 % der Informationen fließen Richtung Gehirn, nur 20 % fließen vom Gehirn weg und erzeugen Efferenz. Das Kind muss sich bewegend selbst erfahren. Die erlernten Bewegungsprogramme werden im Kleinhirn gespeichert und bei unseren alltäglichen Tätigkeiten angesteuert. Die Vielfalt an Rezeptoren in der Haut, den Gelenken, Hörsinn, Sehen, Gleichgewicht, Körperhaltung usw. tragen dazu bei, dass im Gehirn eine fein angepasste Bewegung und Anpassung an momentane Situationen in und außerhalb unseres Körpers, statt finden kann.

Ein ebenfalls sehr wichtiges System über das unsere Bewegungen gesteuert werden sind die faszialen Systeme. Stecco und Mayers beschreiben, dass ein Muskel nur über seine faszialen Einscheidungen wirksam sein kann. Beide Autoren beschreiben und stellen auch in Präpationen dar, dass es keine einzelnen Muskeln gibt, sondern Muskelschlingen, die vom Kopf bis zu den Füßen und Händen reichen. Faszien besitzen Rezeptoren und Schmerzfasern und können so auch Ursache für Schmerzsyndrome wie Rückenschmerzen sein.

Faszien sind Sinnesorgane. Ihre Kontinuität dient der Kraftübertragung. Die Verbundenheit betrifft allerdings nicht nur Muskeln und Knochen, sondern auch die inneren Organe, Arterien, Nerven, Hirn- und Rückenmarkshäuten und die Haut. Gerade durch diese Verbundenheit stellt dieses Netz für die Osteopathie einen wichtigen Ansatz zur Behandlung dar.

1 Robby Sacher, Angeborene Fremdreflexe, Elsevier

2 Joachim Retzbach, Geist und Gehirn 11/1017 S. 40-45, Kleines Hirn ganz groß

3 Christian Wolf, Geist und Gehirn 7/2018 S. 43-47 , Die Verkörperung des Geistes

4 Jakob Bellmund und Christian Doeller, Geist und Gehirn 11/2019 S. 12-19, Gedankenräume im Kopf

5 Luigi und Antonio Stecco, Odnova-Med, Fasziale Manipulation

6 Thomas Mayers, Urban und Fischer, Anatomy Trains

7 Klaas Stechmann, Faszien Selbst behandeln, KVM Medizinverlag

Wie funktioniert unser Vegitativum?

Vernetzungen des Gehirns

Wie steuert uns das vegitative Nervensystem. Seit dem Altertum, durch die Forschungen von Galen wurde gelehrt, dass wir 2 Systeme haben, den Sympaticus, der für Kampf und Flucht steht und mit Stress verbunden ist und der Vagus,unser Ruhenerv, der unter anderem unseren Verdauungstrakt steuert. Beide Systeme stehen sich gegenüber, der Sympaticus bringt uns in Aktivität und der Vagus entspannt uns und sorgt daher für Verdauung und Erholung. Beide sollten sich abwechseln.

Stephen Porges stellte 1994 das Polyvagale System vor. Durch seine Forschungen stellte er fest, dass es 3 Systeme gibt. Den hinteren Vagus , das ältere System,das den Verdauungstrakt versorgt, aber auch für das Abschalten bei großer Gefahr verantwortlich ist. Er kann zu einer Immobilisierung führen. Das kann ohne oder mit Angst passieren. Der Winterschlaf bei Säugetieren ist ein Beispiel für Immoblisierung ohne Angst. Bei einer Aktivierung des hinteren Vagusastes kommt es zu einer Minderdurchblutung des Stirnhirnbereichs, wo unser bewußtes Denken liegt.

Dann der Sympaticus, der für Kampf oder Flucht steht. Er wird in Stresssituationen mobilisiert und ermöglicht uns zu verteidigen. Diese Mobilisierung ist lebensnotwendig, sollte aber nach der belastenden Situation zurück gefahren werden. Es hat auch eine positive Seite, die uns befähigt aktiv und entschlossen ein Problem zu bewältigen.

Der vordere Vagus ist entwicklungsgeschichtlich das neueste System.Es hat einen eigenen Ursprung im Stammhirn, wo es eine Verbindung mit weiteren Hirnnerven eingeht, wie den Trigeminus (Sensibilität des Kopfes), den Fascialisnerven für die Motorik der Gesichtsmuskeln, den Acessorius, der die Nackenmuskeln innerviert, den Glossopharyngeus und Hyoglossus, die für den Schluckakt verantwortlich sind und Nervengeflechte im Halsbereich innervieren, die das Herz und die Lungen mit steuern. Diese Nerven machen uns zu einem sozialen Wesen, das sich über die Stimme, seine Mimik und Zugewandtheit ausdrückt. Mit dem vorderen Ast arbeitet auch die Eigenwahrnehmung des Körpers zusammen. Die vielfältigen Informationen aus dem Körper und der Umgebung befähigen uns adäquat auf die Reize der Umwelt zu reagieren.

Der vordere Vagusast steht in seiner Kompetenz über den beiden anderen und seine Aktivierung holt uns in einen physiolgischen Zustand zurück. Eine Störung dieser 3 Systeme kann viele schulmedizinische Namen haben. So kann eine Aktivierung des vorderen Systems bei vielen Erkrankungen eine hilfreiche Unterstützung bieten.

Was aktiviert diesen vorderen Vagus Ast?

Die Aktivierung des hinteren Vagussystems mit Abschalten, aber auch Dauerstress führen zu verspannter Muskulatur des Schultergürtels und des Nackens, der Gesichtsmuskulatur, des Zwerchfells, der Schlundmuskulatur, des Kappenmuskels. Genau hier kann durch eine Entspannung angesetzt werden. Hierfür bieten verschiedene Therapieformen wie die Osteopathie, das Rolfing, Qi Gong, Yoga usw. Ansätze der Behandlung.

Wichtig dabei ist immer die Eigenwahrnehmung und die Atmung.

In die Therapie sollte immer auch die Zusammenarbeit der Sinnesorgane fließen wie Sehen, Hören und die Gesamtkörperkoordination. Diese Funktion wird vor allem im Bereich der oberen Halswirbelsäule organisiert.

Eine einfache Grundübung:

Legen Sie sich auf den Rücken. Falten Sie Ihre Hände und legen diese unter den Kopf, dass die Damen die Schädelkante berühren. Dort liegt der N. acessorius. Halten Sie den Kopf in der Mitte. Wenden Sie langsam die Augen nach rechts außen und verharrenSie dort etwas. Wenden Sie die Augen wieder zur Mitte und machen das Gleiche nach links. Sie werden merken, dass dies oft gar nicht so einfach ist. Er öffnet ihr Wahrnehmungsvermögen.

4 Füßler Stand

Machen Sie die Katze, schwenken Sie den Po nach rechts und links. Drehen Sie den Kopf in der neutralen Position ganz nach rechts, verharren und dann über die Mitte ganz nach links und gehen wieder zurück in die Mitte.

Literatur: Stanley Rosenberg, Vagus, Der Selbstheilungsnerv, VAK

Ist dem Magen zu helfen ?

Magen

Die Forschergruppe um Galateja Jordakieva von der Universität Wien haben fest gestellt, dass die Magensäureblocker nicht ganz unproblematisch sind. Bei längerem Gebrauch können sie vor allem bei Frauen zu Allergien führen. Sie werden gerne in Kombination mit Schmerzmitteln gegeben. Wir brauchen die Magensäure um Eiweiße gut aufspalten zu können. Nur so werden die Eiweiße in Aminosäuren aufgespalten, die auf der Blutseite nicht als fremd erkannt werden.

Im Embryo bildet sich das Darmrohr, das an das Gehirn anschließt. Aus den Kiemenbögen entsteht das Gesicht und der Schlund. Aus diesem Rohr bilden sich dem Blumenkohl ähnliche Bläschen, die sich zu den Lungen und unterhalb des Zwerchfells zum Pankreas ausbilden. Dazwischen sackt sich die Röhre aus und wird zum Magen.

Im oberen Bereich liegen die Speiseröhre und die Luftröhre in einer gemeinsamen Halbröhre. In der Mitte des Halses haben Sie Kontakt mit dem Schildknorpel und der Stimmritze und im Bereich des Brustkorbeingangs mit dem Schlüsselbein und der ersten Rippe beidseits. Wenn es hier bereits zu Spannungen im skelettalen und muskulösen Bereich kommt, wird dieser Zug an die Speiseröhre weiter gegeben. Begleitet wird die Speiseröhre von den beiden Vagusnerven, die ebenfalls eingeengt werden können.

Hier kann die Osteopathie mit faszialen Techniken den Bereih des Mundbodens, der Halsfaszien lösen. Manuelle Gelenktechniken können die Beweglichkeit der Hals- und Brustwirbelsäule und der Rippen verbessern. Ebenfalls hilfreich ist den gesamten Mundraum mit Kiefer, Zunge und Nasenraum zu behandeln. Im Bereich der Kopfgelenke hat der Vagus seinen Ursprung. Ein Lösen der Kopfgelenke und der kurzen Nackenmuskeln verbessert hier die Funktion des Nerven. Zwischen dem 3 und 4. Halswirbel verlässt der Nervus phrenicus die Wirbelsäule. Die oben genannten Techniken verbessern seine Funktion als Nerv, der das Zwerchfell versorgt und sich dann an den nervösen Geflechten des Darmes beteiligt.

Eine weitere Problemstelle ist der Durchtritt der Speiseröhre durch das Zwerchfell. Besteht hier zu viel Spannung, weil das Zwerchfell und die unteren Rippen zu wenig Beweglichkeit haben, kann die peristaltische Welle der Speiseröhre den Mageneingang nicht richtig öffnen. Dieser bleibt eventuell dann immer etwas offen und die Salzsäuregase können kopfwärts austreten und hier den Atemtrakt irritieren. Dies kann zu Allergien und Überempfindlichkeiten des Nasenraums führen.

Menschen mit einem langen schmalen Brustkorb besitzen,haben gerne im Bereich des Zwerchfells Probleme, da sie hier nicht sehr mobil sind. Dies kann sich bei Ihnen auf die Organe des Oberbauch auswirken. In der chinesischen Medizin spricht man dann von einem schwachen Verdauungsfeuer.

In diesem Bereich kann die Osteopathie die Funktion des Zwerchfells verbessern. Über viszerale Techniken kann Einfluss auf die Oberbauchorgane genommen werden. Es ist ebenfalls sehr hilfreich, den venösen Rückfluss aus dem Bauchbereich zur Leber hin und durch die Zwerchfellschenkel zu unterstützen.

Der Magen mag keinen Zug auf seine Wände. Wenn die Speise in den Magenraum eintritt, findet ein Zug statt. Dies aktiviert die Salzsäurebildung und die Bildung von Verdauungsenzymen. Sollte der Magen zu seinen Nachbarn zu stark fixiert sein, kann dies aber auch ohne Nahrungsaufnahme statt finden und stört dann den Magen.

Sollte im Dünndarmbereich Stagnation herrschen, macht hier ein Lösen der Schichten und des großen Bauchfells Sinn, um die Spannungen auf den Magen zu nehmen, der diesem Bereich aufliegt.

Die Fortsetzung des Magens ist der Zwölffingerdarm, der sich eng um die Bauchspeicheldrüse schlingt. Zwischen Magen und Bauchspeicheldrüse und Zwölffingerdarm gibt es eine Verschiebeschicht. Hier ist eine Gleitfähigkeit erforderlich. Es ist der „Mittelpunkt“ des Körpers. Hier liegt auch das Sonnengeflecht, das den Darmbereich steuert. Zwischen der inneren Magenkurve und der Leber liegt das kleine Bauchfell. Hier sind die zuführenden Venen aus dem Dünndarmbereich zur Leber und es müden hier die Gallengänge und die Bauchspeicheldrüsengänge in den Dünndarm. In diesem Bereich liegen oft Verspannungen.

Hier gilt es vor allem den knöchernen und muskulären Übergang zwischen Lenden und Brustwirbelsäule zu lösen. Effektiv sind hier Seitneigungs- und Rotationsmobilisation, wie man sie auch im Yoga kennt. Hilfreich sind hier auch , die viszeralen Techniken für Leber, kleines Bauchfell, dem Gallengang und dem Magen. Sollte der Magen zu hoch stehen, kann dieser nach unten mobilisiert werden um Hernien vorzubeugen.

Immer auch wichtig ist den Patienten in seinen Heilungsprozess einzubinden. Über Eigenmobilisationen kann er die obigen Bereiche positiv beeinflussen.

Wichtig ist auch eine Ernährungsanpassung an das Magenproblem. Zur Verdauung der Eiweiße erfordert es Salzsäure. Daher sollten tierische Eiweiße reduziert werden. Obst sollten wir eher am Morgen essen, da es hier gut verdaut werden kann. Nicht zu viel Rohes und vor allem nicht am Abend, da dies dann oft unverdaut im Darmtrakt bleibt und hier zu Fuselgasen führt. Bitterstoffe, ob als Tee, Frischpresssaft oder Tinktur unterstützen die Funktion von Leber, Magen und der Bauchspeicheldrüse.

Mit einer solchen Herangehensweise kann die Region des Magens unterstützt werden.