Leserbrief an die Stuttgarter Zeitung

Osteopathie bei Babys liegt im Trend vom 7.5.2021

Wie im Artikel beschrieben gibt es die Ausbildung in Deutschland seit Ende der 1980 Jahre. In Amerika ist Osteopath ein Beruf, der dem „medical doctor“ (hier Arzt) gleichgestellt ist. Osteopathie findet in den USA Anwendung in vielen Kliniken neben der Schulmedizin. Viola Fryman, die große Dame der Kinderosteopathie war ärztliche Leiterin einer Kinderklinik, die heute als Stiftung weiter geführt wird. Sie hat jahrelang klinische Studien zu der Therapie bei Kindern durchgeführt und die Wirksamkeit der Osteopathie in der Kinderbehandlung aufgezeigt. Diese Studien sind in den entsprechenden Internetbibliotheken abrufbar. Durch die Integration der Osteopathie in den klinischen Betrieb ist es erst möglich, entsprechende Studien durchzuführen. Solche Studien sind für Absolventen einer universitären Osteopathieausbildung in Deutschland nur schwer möglich. Die klinischen Erfahrungen der Osteopathie in den angelsächsischen Ländern sind durchaus auf Deutschland übertragbar. Nachbarländer wie die Schweiz, England usw. haben den Beruf des Osteopathen eingeführt und damit auch eine geregelte Ausbildung und Qualifizierung der Therapeuten erreicht. In der Qualifizierung und damit der Rechtssicherheit für den Patienten sehe ich das größte Problem. Hierzu braucht es eine geregelte Berufsbild und Ausbildung.

Die Grundlage der osteopathischen Behandlung sind die normalen Grundlagenfächer der Medizin, wie Anatomie, Physiologie, Krankheitslehre usw. Ein wesentlicher Teil der Ausbildung bildet die Embryologie. Gerade diese ist für die Behandlung der Säuglinge wesentlich. Osteopathie ist eben keine manuelle Therapie,in der ein einzelner Muskel gedehnt wird, sondern arbeitet mit einem wesentlich erweitertem Konzept. Es geht nicht um Krankheit, sondern um die Unterstützung der normalen Entwicklung des kindlichen Körpers, um die Unterstützung der noch nicht beendeten „embryonalen“ Entwicklung und um einen Abbau des Geburtsstress.